Histologie · Niere

Warum der Nierenschnitt so unübersichtlich ist

Links siehst du den Schnitt so, wie er unter dem Mikroskop liegt. Rechts denselben Gewebeblock von der Seite, mit der Ebene, in der geschnitten wurde. Verschieb und kipp die Ebene und fahr über einzelne Anschnitte: Alle Profile desselben Nephrons werden dann grün umrandet.

Darstellung

Aufsicht: der Schnitt im Mikroskop

Seitenansicht: wo die Ebene liegt

Ebene ziehen · Glomerulus antippen

Was hier passiert

Eine Ebene, viele Nephrone

Die Ebene trifft Dutzende Nephrone gleichzeitig. Jedes wird an einer anderen Stelle seines Verlaufs getroffen, eines am Glomerulus, ein anderes im geraden Teil, wieder ein anderes am distalen Tubulus.

Gewundenes erscheint mehrfach

Die Pars convoluta windet sich um das eigene Nierenkörperchen. Die Ebene durchstößt dasselbe Röhrchen deshalb mehrmals. Ein Nephron liefert so oft fünf und mehr Profile in einem Schnitt.

Nebeneinander heißt nicht verbunden

Zwei benachbarte Querschnitte gehören meist zu verschiedenen Nephronen. Die Verbindung zwischen ihnen liegt über oder unter der Ebene und ist im Präparat nicht zu sehen.

Die Schnittrichtung verändert das Bild

Gerade Abschnitte in Markstrahl und Mark sind im Flachschnitt runde Querschnitte, im Radialschnitt lange Röhren. Ein am Pol getroffenes Nierenkörperchen zeigt nur Kapsel und kaum Gefäßknäuel.

Woran du die Anschnitte erkennst

Farbpunkte entsprechen der Darstellung „Segmente“
AbschnittIm HE-SchnittWo

Modell, nicht maßstabsgetreu: 90 Nephrone in einem Gewebeblock von etwa 1,8 × 1,2 mm Grundfläche, Rinde und Mark stark gestaucht. Die Ebene ist unendlich dünn gedacht; ein echter Paraffinschnitt ist 5 bis 7 µm dick, ein Nierenkörperchen misst etwa 200 µm. Eine menschliche Niere enthält rund eine Million Nephrone.